Afranische Geschichte

Der Tradition, Wissensdurst besonders Begabter zu stillen und für das Land fruchtbar zu machen, bleibt Sachsen treu. Eines der traditionell innovativen Herzstücke ist die Fürstenschule Sankt Afra in Meißen. Seit Jahrhunderten werden hier Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen gefördert – man denke an Lessing, Hahnemann, Gellert. Seit der Neugründung im Jahr 2001 sind es dreihundert mehrfach begabte Jugendliche aus Deutschland und Europa.

Seit der Klostergründung 1205 von Augustiner Chorherren aus dem Pfaffenwinkel in Bayern, Rothenbuch, wächst und gedeiht auf dem Hügel hinter der Burg ein sozialer und akademischer hortus amoenus. Von Beginn an steht er  mit Experten und Kooperationspartnern aller Couleurs und Metiers in Nah und Fern in Austausch. Zu den Traditionen gehört auch, dass die Afraner traditionsgemäß ein nur geringes Entgelt entrichten - heute dank freistaatlicher und privater Förderung. 

Lieber Gotthold

nach 750 Jahren Geschichte sind wir im Jetzt angekommen. Lange war hier eine Klosterschule, die Fürstenschule kennst Du ja selbst noch. Den Afranischen Geist dürftest du natürlich auch noch wieder erkennen. Wie es jetzt um uns und unsere Schule steht, weißt du jedenfalls nicht. Wir haben ein paar spannende Kapitel erlebt. Unsere Traditionen und unsere Geschichte sind uns bewusst. Denn wir leben sie und schaffen sie neu. 

Vale!
Rosa

 

1205 Die Augustiner Chorherrschaft „Sankt Afra zu Meißen“ wird gegründet. 
1543 Moritz von Sachsen gründet in dem ehemaligen Kloster eine von drei Fürstenschulen.
1553 Tod von Johann Rivius, Verfasser der ersten Schulordnung von Sankt Afra, der das gesamte nachreformatorische Schulwesen im albertinischen Sachsen aufbaute.
1713 Große Schulreform: Der ausschließlich altphilologische Charakter der Schule wandelt sich; Mathematik und „Naturwissenschaften“, wie Geometrie und Geographie sowie Feldmesskunst treten zusammen mit Französisch als Unterrichtsfach hinzu.
1729 Christian Fürchtegott Gellert, Dichter und Moralphilosoph der Aufklärung, ist bis 1733 Schüler der Fürstenschule. Auch seine Brüder Friedrich Lebrecht und Christlieb Ehregott sind vor und während seiner Zeit Fürstenschüler in Meißen.
1741 Der Aufklärer und Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing ist von 1741 bis 1746 Fürstenschüler.
1771 Bis 1775 ist der spätere Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, als Extraneer mit Stipendium an der Fürstenschule St. Afra.
1843 Zum 300. Jubiläum der Fürstenschule stiften Altafraner auf dem Götterfelsen ein kunstvolles eisernes Kreuz. An diesem Ort wurde seit 1811 alljährlich zum 03. Juli, dem Stiftungstag, eine feierliche Andacht gehalten. Heute lebt die Tradition in der jährlichen 'Götterfelsenwanderung' zum Schuljahresende weiter.
1879 Einweihung des Neubaus der Fürstenschule.
1914 Erster Weltkrieg
1933 Umgestaltung im "Dritten Reich"
1942 17. November: Sankt Afra wird „Deutsche Heimschule“.
1953 Einrichtung der LPG-Hochschule
1992 Ein Neuanfang als St. Afra-Gymnasium
2001 Das „Sächsischen Landesgymnasium Sankt Afra“
für Hochbegabtenförderung wird eröffnet.
2011 Das Landesgymnasium Sankt Afra begeht 10-jähriges Jubiläum