Akademische Woche –
in diesem Jahr online

Am Dienstag, dem 09. Februar 2021, beginnt in diesem Jahr die Akademische Woche. Unsere Vortragenden und wir laden Sie und Euch herzlich ein, in unsere Videokonferenzen zu kommen und an den Diskussionen zu spannenden und hochbrisanten Themen und Problemen unserer Zeit teilzunehmen. Wir freuen uns auf Sie und Euch alle.

Zum Plakat mit der kompletten Programmübersicht gelangen Sie, wenn Sie auf die Grafik klicken.

 

Dienstag, 09. Februar, 14:30 Uhr

zu Weiße Gefühle, Schwarzes Wissen

Angelo Camufingo ist Diversity Consultant und Lehramtsstudent an der Universität Potsdam. Nach dem EOSreads workshop im Oktober 2020, in dem wir über Texte von Frantz Fanon und Margo Henricks ins Gespräch zu Fragen der Dekolonisierung und Rassismuskritik gekommen sind, spricht Angelo Camufingo zu uns zum Thema Weiße Gefühle, Schwarzes Wissen.

Dienstag, 09. Februar, 16:30 Uhr

zu Recycling von Lithium-Ionen-Batterien

Thomas Mütze ist promovierter Ingenieur an der TU Bergakademie Freiberg. Er spricht zu uns zum Thema Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. 2019 erhielten Stanley WHITTINGHAM, John B. GOODENOUGH und Akira YOSHINO für die Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterie den Nobelpreis für Chemie. Li-Ionen-Batterien haben mit bis zu 180 Wh/kg eine charmant hohe Energiedichte und stellen mittelfristig die Technologie der Wahl dar, um Energie zu speichern und später in ortsgebundenen oder mobilen Anwendungen abzugeben. Damit ist allerdings auch verbunden, dass selbst nur teilgeladene Batterien große Energiemengen enthalten und am Ende ihrer Nutzungsphase eine Gefahr darstellen. Seit ca. zehn Jahren beschäftigen sich daher Forscher an der TU Bergakademie Freiberg mit dem Recycling von Li-Ionen-Batterien. Was anfangs mit kleineren Gerätebatterien für Smartphones und Laptops begann, hat mit dem weltweit starken Anstieg der Elektromobilität eine hohe Dynamik bekommen. Im Vortrag wird am Beispiel dieser Energiespeicher gezeigt, welche komplexen technologischen Fragestellungen der gesellschaftliche Wunsch nach einer emissionsfreien Zukunft nach sich zieht.

Dienstag, 09. Februar, 16:30 Uhr

zu Arbeit von NGOs

Nadja Festor ist Intern for business cooperation beim Project Wings. Sie spricht zu uns zum Thema Find a way, not an excuse: die Arbeit von NGOs am Beispiel von Project Wings. Von NGOs oder Hilfsorganisationen hat jeder von uns schon einmal gehört. Sie machen auf den Hunger in Kenia aufmerksam, auf Menschenrechtsverletzungen in Belarus oder auf Umweltkatastrophen in Brasilien. Ein paar Vorurteile hat auch jeder von uns – dass die Spenden gar nicht ankommen, Machtpositionen missbraucht werden oder die Probleme überbewertet sind. Aber ist das so? Wie kommt das Geld überhaupt bei den Bedürftigen an? Wie funktioniert eine NGO? Wonach wird entschieden, was der Hilfe wert ist? Auf diese Fragen wird der Vortrag antworten, mit einem kleinen Einblick in das Verteilungssystems von Unicef und das Patenkonzept von Plan International, einen der geläufigsten Irrtümer und die Relevanz der Organisationen. Ich selbst habe bei der Umweltschutzorganisation Project Wings gearbeitet und kann Euch darüber natürlich besser berichten als über eine andere NGO. Wir werden uns deshalb genauer anschauen, was eben diese Organisationen in Indonesien macht und warum es nicht nur um die Natur, sondern auch um Menschen und Tiere geht, warum die Hilfe so dringend notwendig ist und wie in knapp zwei Jahren aus einem kleinen Projekt eine der am schnellsten wachsenden Hilfsorganisationen Deutschlands geworden ist.

Mittwoch, 10. Februar, 14:30 Uhr

zu FungiScout

Dr.-Ing. Anett Werner arbeitet an der TU Dresden. Sie spricht zu uns über das Schülerprojekt FungiScout. Pilze sind das verborgene Reich zwischen Pflanzen und Tieren. Sie leben in einem Kosmos, der von den Menschen wenig beachtet wird, obwohl zugleich eine große Faszination von ihnen ausgehen kann. Pilze sind die Pioniere der Bioökonomie und Nachhaltigkeit in der Natur, sie zersetzen, regenerieren, sanieren, erschließen und bauen gemeinsam mit anderen Organismen alte Strukturen ab und neue auf. Für die Bioökonomie interessant sind die Erzeugung biobasierter Wertstoffe und regenerativer Energien mit Hilfe von Pilzen. Die Enzymtechnik eröffnet als Technologie für die Bioökonomie völlig neue Möglichkeiten für die Stoffumwandlung durch Biokatalyse, wobei die Anwendungen von den Themenfeldern Nahrung, Kleidung, regenerative Energie oder neue Materialien bis hin zur Agrarsystemtechnik, zum Bauwesen oder zum Umweltschutz gehen.

Mittwoch, 10. Februar, 16:30 Uhr

zu Toleranz

Markus Tiedemann ist Professor für Didaktik der Philosophie und für Ethik an der TU Dresden. Er spricht zu uns über Toleranz. Toleranz ist ein viel gebrauchter und oftmals missbrauchter Begriff. Nicht selten dient er nur noch dafür, Zuspruch zu loben und Kritik zu diskreditieren. Dabei offenbart bereits die philologische Ableitung, dass Toleranz weder mit Zuspruch noch mit Gleichgültigkeit verwechselt werden darf. Tolerare bezeichnet das Ertragen oder Erdulden eines ungeliebten Sachverhalts aufgrund der Anerkennung von Argumenten höherer Ordnung. Im Zentrum stehen das Recht und die Pflicht zu reziproken und allgemeinen Rechtfertigung. Etwas Edleres hat die Menschheit selten hervorgebracht. Der Vortrag versucht das Wesen der Toleranz zu verdeutlichen und Konsequenzen für die pluralistische Gesellschaft zu verdeutlichen.

Donnerstag, 11. Februar, 14:30 Uhr

zu Fake News und Verschwörungstheorien

Ulrike Klinger ist Professor for Political Theory and Digital Democracy an der European New School for Digital Studies der Europa Universität Viadrina. Sie spricht zu uns zum Thema Fake News und Verschwörungstheorien: Warum sie sich so gut verbreiten und was man dagegen tun kann? In der Covid19-Pandemie ist es besonders deutlich geworden: „Fake News“ und Verschwörungstheorien verbreiten sich massenhaft über soziale Medien – aber eben nicht nur dort. Woher kommen sie, wer verbreitet das und wozu? Was kann man dagegen tun und warum ist Fact-Checking nicht so effektiv wie man denkt? Wir werden Mechanismen, Geschäftsmodelle und strukturelle Eigenschaften unserer digitalen Informationsumwelt diskutieren.

Donnerstag, 11. Februar, 14:30 Uhr

zu Neues aus dem Weltraum

Josefine Lißner ist Aerospace Engineer bei Hyperganic Technologies AG. Sie spricht zu uns über Neues aus dem Weltraum. Es kündigt sich ein ereignisreiches Weltraum-Jahrzehnt an und neue, abenteuerlustige Protagonisten werden die Bühne füllen! Zahlreiche junge New-Space-Unternehmen verfolgen die Kommerzialisierung des Weltraums. Können wir in Zukunft Rohstoffe im All abbauen oder Suborbital-Flüge als Touristen erfahren? Sogar in Deutschland formieren sich einige Raketen-Start-ups und ein Weltraumbahnhof in der Nordsee wird diskutiert. Wird es neben der ISS bald auch einen weiteren menschlichen Außenposten im Mondorbit geben – oder das von der ESA (European Space Agency) ins Gespräch gebrachte “Moon Village”? Mit welcher Technik können Menschen im Weltall überleben und welche Erkenntnisse gewinnen wir aus der Forschung in der Schwerelosigkeit? Welche Herausforderungen stellen sich auf der Reise zum Mars? SpaceX baut neben der Starlink-Satelliten-Konstellation derzeit die mächtigste Rakete aller Zeiten. Starship soll in den kommenden Jahren der Menschheit einen Zugang zum roten Planeten ermöglichen und setzt dafür auf technische Innovation. Wie funktionieren und fliegen Raketen eigentlich und lassen sich Raketentriebwerke 3D-drucken? Machen wir eine kleine Odyssee im Weltraum! Mit meinem Vortrag möchte ich eine leicht verdauliche Einführung in die Raumfahrt- und Raketentechnik geben und aktuelle Projekte besprechen. Space-Enthusiasten und -Aspiranten sind gleichermaßen eingeladen! Ich möchte vor allem meine Begeisterung für das Thema teilen und verspreche viele Bilder!

Donnerstag, 11. Februar, 16:30 Uhr

zu Zeitphänomene in der antiken Stadt

Stefan Feuser ist Professor für Klassische Archäologie an der Universität Kiel. Er spricht zu uns über die Frage Welche Zeit hat dieser Ort? Zeit und Zeitphänomene in der antiken Stadt. Zeit und Raum sind Grundfaktoren des Lebens, die unmittelbar miteinander zusammenhängen. Jeder Raum hat seine eigene Zeit und jede Zeit ihren Raum. Verbunden werden beide durch die Bewegung bzw. das Handeln des Menschen. Während nun aber die unterschiedlichen Konzepte von Raum als Forschungsgegenstand in den Altertumswissenschaften fest etabliert sind und Raum als Analysekategorie in den letzten Jahren fruchtbar gemacht worden ist, spielt die Kategorie Zeit eine deutlich untergeordnete Rolle. In meinem Vortrag werde ich mich anhand exemplarischer Beispiele mit der mathematischen und der sozialen Zeit in antiken Städten auseinandersetzen. Zunächst werde ich unterschiedliche Zeitkonstruktionen vorstellen, mich mit zeitlichen Rhythmen im Haus und in der Stadt befassen und nach der Zeitlichkeit ausgewählter Orte fragen. Dabei werden zum einen Systeme zur Sprache kommen, die die mathematische Zeit strukturierten und gliederten (Kalendersysteme, Zeitmesser). Zum anderen werde ich den Zeiten menschlichen Handelns – den sozialen Chronotopoi – nachgehen, um die Frage beantworten zu können: Welche Zeit hat dieser Ort?

Donnerstag, 11. Februar, 16:30 Uhr

zu Risikozone Internat

Jens Brachmann ist Professor und Institutsdirektor am Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Historische Wissenschaftsforschung der Universität Rostock. Er spricht zu uns zum Thema Risikozone Internat – Vorkommnisse sexualisierter Gewalt in pädagogischen Einrichtungen und die Schwierigkeiten der Aufarbeitung von Missbrauchsverbrechen. An der Universität Rostock ist seit 2013 ein Schwerpunkt für die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt gegen Heranwachsende entstanden. Der Fokus der Forschungen lag und liegt dabei auf der kulturwissenschaftlichen Untersuchung von Vorkommnissen sexueller Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern in so genannten reformpädagogischen Internate: Weshalb und wie wurden genau jene Einrichtungen zu Tatorten, die in ihrer pädagogischen Programmatik paradoxerweise damit warben, Erziehung und Schule neu und modern, d. h. liberal, demokratisch und vom Kinde aus zu denken? Müssen die dort belegten Taten nun als bedauernswerte Einzelfälle gesehen werden? Oder sind die Verbrechen nicht vielmehr gerade Anzeichen für systemische und organisatorische Fehlleistungen in (solchen) Internatsschulen? Wie konnten die Taten überhaupt geschehen? Konnten sich die Täter und Täterinnen vielleicht sogar verlassen auf das Schweigen von Mitwissern und Duldern? Wurde die Aufklärung von Verdachts- und Missbrauchsfällen möglicherweise sogar verhindert? Der Vortrag adressiert diese Fragen am Beispiel der Odenwaldschule, jenem inzwischen geschlossenen einstigen reformpädagogischen Vorzeigeinternat im südhessischen Ober-Hambach, das seit 2010 als Tatort pädokrimineller Gewalt unrühmliche Bekanntheit erlangte. Tatsächlich konnten die Rostocker Forschungen exemplarisch für diese Einrichtung belegen, wie ein solches »Tätersystem« entstand, wer die Täter waren, wer diese deckte und wie die Aufklärung und juristische Sanktionierung der Übergriffe bereits seit den späten 1960er Jahren verhindert wurde – durch die Schulleitung, durch den Schulträger, die Aufsichtsbehörden, die zuständige Justiz wie nicht zuletzt durch die Öffentlichkeit. Im Fazit formuliert der Vortrag Grundprinzipien für eine gelingende Aufarbeitung in betroffenen Einrichtungen sowie Grundbedingungen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in pädagogischen Risikozonen.

Freitag, 12. Februar, 14:30 Uhr

zu Responsible Research & Innovation

Sandra Mamitzsch arbeitet bei careables.org. Sie spricht zu uns zum Thema Critical Making und Responsible Research & Innovation.

Freitag, 12. Februar, 16:30 Uhr

zu Shakespeare's Lovers

Dr. Jürgen Ronthaler ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Anglistik der Universität Leipzig. Er spricht zu uns zu Geschlechterrollen und -beziehungen in Shakespeare's Dramen. Als Ausgangspunkt dient "Ein Sommernachtstraum" (ca. 1595), woraufhin auch weitere Tragödien und Komödien des Autors bezüglich der oben genannten Aspekte betrachtet werden sollen.

Freitag, 12. Februar, 16:30 Uhr

zu Organics are the new silicon?!

Dr. Sebastian Schellhammer ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute for Materials Science and Max Bergmann Center of Biomaterials der TU Dresden. Er spricht zu uns zum Thema Organics are the new silicon?! Von Molekülen zu Phänomenen zur Elektronik von morgen. Aus Displays von Smartphones sind sie schon gar nicht mehr wegzudenken, für Solarzellen und Transistoren sind hingegen noch weitere Innovationsprozesse notwendig: Organische Halbleiter. Funktionalisierte Moleküle, die flexible, leichtgewichtige und transparente Halbleiterbauelemente mit kleinem ökologischen Fußabdruck ermöglichen. In meinem Vortrag gehen wir systematisch durch die einzelnen entscheidenden Längenskalen in derartigen elektronischen Bauelementen, analysieren Optimierungsprozesse und offene Fragestellungen. Dabei zeige ich insbesondere anhand meiner eigenen Forschungstätigkeiten auf, wie Simulationen zu besseren Materialien und Solarzellen führen. Chemie, Physik, Informatik, Werkstoffwissenschaft – hier kommen viele Felder zusammen, um die Elektronik von morgen zu entwickeln.

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